Biosiegel Biosiegel

Bio-Siegel im Vergleich

Sie wollen gern biologisch leben, aber der Etiketten-Jungel im Supermarkt irritiert Sie? Kein Problem: Hier die häufigsten Bio-Siegel und was sie bedeuten.

 

Was ist  biologische Landwirtschaft ?

- keine synthetischen Pflanzenschutzmittel/Düngemittel

- eingeschränkte Nutzung von Tierantibiotika und Zusatzstoffen

- Verbot von Gentechnik

- Nutzung von Stalldünger und hofeigenem Futter

- Zucht von wenig krankheitsanfälligen Pflanzen und Tieren

- artgerechte Tierhaltung: u. a. Freilauf- und Freilufthaltung

- Biofutter

 

1. Das EU-Biosiegel

Seit 1. Juli 2010 in Gebrauch und in allen EU-Staaten verbindlich. Wichtigste Fakten nach der EG-Öko-Verordnung: Produkte erhalten das Bio-Siegel auch, wenn bis zu fünf Prozent der Inhaltsstoffe nicht aus ökologischem Anbau sind. Toleriert werden bis zu 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Zusätze.  

 

2. Biokreis

Nur Tiere, die in Biobetrieb groß geworden sind, dürfen als solche verkauft werden. Dünger  aus Fleisch-, Blut- und Knochenmehl ist verboten. Rinderfutter muss zu 100 Prozent "bio" sein,  Schweine- und Geflügelfutter zu mindestens 90 Prozent.

 

3. Naturland

Begrenzter Zukauf von Düngemittel möglich, keine Verwendung von Fleisch-, Blut und Knochenmehl. Mindestens 50 Prozent hofeigenes Futter. Verbot von "Kuhtrainern" (Stromschläge, damit Kühe in eine Rille koten). Liste der erlaubten Lebensmittelzusätze ist kleiner als die der EG-Richtlinien.

 

4. Bioland

Biobetriebe dürfen keinen konventionellen Anbau (nicht "bio") nebenher betreiben. Futter muss zur Hälfte selbst produziert werden, Fischmehl ist nicht zulässig. Gentechnische Zusätze sind verboten, sonstige nicht ökologische Zusätze sind nur in Ausnahmefällen und maximal zu fünf Prozent erlaubt.

 

5. Demeter

Synthetische Mittel (Kunstdünger, Spritzmittel, u.a.) sind verboten.  Düngemittel bestehen aus Kuhmist, Quarzkristallen, Schafgarbe,

Kamille, Brennnessel, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian. Tiere dürfen nur mit hofeigenem Futter versorgt werden. Lebensmittel müssen zu 100 Prozent "bio" sein. 

 

Fairtrade

Setzt sich für gerechte Entlohnung von Arbeitern in der Dritten Welt ein und hat seine Schwerpunkte in der Produktion von Lebensmitteln - insbesondere Kaffee. Damit hat das Fairtrade eigentlich nichts mit ökologischen Lebensmitteln zu tun. Allerdings: Zwei Drittel aller Produkte mit dem Siegel haben auch das Bio-Siegel.

 

Fazit: "Bio" sein  ist nicht so einfach

Wenn Sie wirklich umweltbewusst und zu 100 Prozent ökologisch leben wollen, dann sollten Sie dem Lebensmittelkauf nicht weniger Zeit schenken als dem Kauf des nächsten Handys. Denn der Siegel-Jungel gleicht in etwa dem Tarif-Wirrwarr der verschiedenen Mobilfunkanbieter. Nicht überall wo "Bio" drauf steht, ist auch "Bio" drin, lautet unser Fazit. Deswegen bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich vorher genauestens zu informieren.  Trauen können Sie gewöhnlich etwa "Demeter" und "Bioland".