Lass nie zu, dass du jemandem
begegnest, der nicht nach der
Begegnung mit dir glücklicher ist.
MUTTER TERESA
Einsicht
Wenn wir Schwierigkeiten mit unserem Partner, unserem Kind oder mit unseren Eltern haben, fangen wir an zu streiten.
Der Buddha sagt zu uns:
"Lieber Freund, liebe Freundin, schließe einen Moment die Augen. Stelle dir vor, wo du in dreihundert Jahren sein wirst. Was ist von deinem Gegenüber in dreihundert Jahren übrig? Was wird von euch beiden geblieben sein? Es ist nicht weise, zu streiten und sich Leiden zu bereiten. Alles verändert sich. Sei nicht so hart. Das Leben ist kurz."
Wenn wir dann unsere Augen wieder öffnen, wollen wir nicht mehr streiten. Wir wollen den geliebten Menschen in die Arme schließen.
Die Einsicht in die
Unbeständigkeit allen
Daseins hilft uns,
mehr zu lieben.
Thich Nhat Hanh
Der wunderbarste Tag deines Lebens
Es liegt bei dir, den heutigen Tag zum wunderbarsten Tag zu machen, den du je erlebt hast, durch deine rechte Einstellung, durch deine positiven Gedanken. Sieh heute als einen geschenkten Tag an, einen Tag, der gesegnet ist, und sieh, wie sich alles in wahrer Vollkommenheit für dich entfaltet, ohne dass der leiseste Gedanke der Enttäuschung es beeinträchtigt. Weshalb sollte dich irgendetwas enttäuschen, was der heutige Tag dir bringen mag? Denk daran, dass du es ganz in deinen Händen hast. Du bist Herr der Situation; deshalb liegt es bei dir, wie es sich entfaltet. Wenn du dich einem Problem gegenübersiehst, dann wisse, dass es eine Antwort darauf gibt, und lass nie zu, dass das Problem dich niederdrückt. Sieh es als ein Sprungbrett an, betrachte es als Herausforderung, und die Lösung wird sich dir offenbaren. Lass nie und nimmer zu, dass das Problem dich beherrscht. Das musst du tun. Du musst dir Mühe geben, positiv zu denken, groß zu denken, Erfolg zu denken. Dann schau zu, wie er sich Schritt für Schritt verwirklicht.
aus - Herzenstüren öffnen -
Geschenkt
Ein alter Mann sitzt in einem Bus. In seinem Arm hält er einen wundervollen Blumenstrauß. Eine junge Frau kann ihren Blick nicht von der Blumenpracht lassen. Immer wieder schaut sie zu den bunten Blüten. Kurz vor der nächsten Haltestelle erhebt sich der Mann und geht zu der Frau. "Gefällt Ihnen der Strauß?" Er reicht ihr die Blumen und sagt: "Er ist eigentlich für meine Frau. Aber ich denke, sie hätte es gern, dass Sie ihn bekommen. Ich gehe jetzt zu ihr und erzähle ihr, dass ich die Blumen Ihnen geschenkt habe."
Erstaunt nimmt die Frau den Strauß entgegen. Als der alte Mann aussteigt, sieht sie ihm nach. Er verschwindet durch ein Tor, das auf einen kleinen Friedhof führt.
Andere Zeiten
Frieden in uns selbst
Nichts zu tun ist ein Luxus in unserer Zeit. Wenn wir friedvoll, frei und glücklich im gegenwärtigen Moment verweilen, dann tun wir das nicht nur für uns selbst. Wir tun es für unseren Vater, unsere Mutter, unsere Vorfahren, unsere Kinder, für die Welt.
Wenn wir den Frieden in uns
selbst wiederherstellen, haben
wir eine Chance, Frieden mit
anderen wiederherzustellen.
Achtsames Atmen
In unserem Alltag sind wir häufig nur körperlich anwesend, nicht jedoch mental. Unser Geist ist nicht in der Gegenwart, er ist mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft beschäftigt, mit unseren Befürchtungen oder unseren Plänen. Wie können wir Körper und Geist wieder zusammenbringen? Das ist ganz einfach. Wenn du einatmest und dabei weißt, dass du einatmest, stellst du innerhalb weniger Sekunden die Einheit von Körper und Geist wieder her.
Ich atme ein und bin mir
meines Einatmens bewusst.
Ich atme aus und bin mir
meines Ausatmens bewusst.
Unser achtsames Atmen bringt unseren
Geist zurück in unseren Körper.
aus - Sei liebevoll umarmt -
Love is in the air
Liebe liegt in der Luft. Fühle ihre Wärme, die Freude und die Freiheit, die sie begleiten. Liebe ist ein innerer Seinszustand. Man muss nicht über sie reden, denn sie drückt sich auf tausenderlei Arten aus: einen Blick, eine Berührung, eine Tat. Die Liebe ist überall, aber du musst ihrer bewusst sein, um sie voll und ganz zu schätzen. Die Luft, die du atmest, ist überall, du aber nimmst sie als ganz selbstverständlich hin, es sei denn, du hälst inne und wirst dir ihrer und der Tatsache bewusst, dass sie dich am Leben erhält. Nimm nichts als selbstverständlich hin, denn wenn du das tust, nimmt es dem Leben alle Freude und allen Glanz. Die Anfänge der Liebe sind klein, dann aber wächst und gedeiht sie. Wenn ihr einander wahrhaft liebt, dann glaubt und vertraut ihr einander. Lass diese Liebe fließen und sorge dafür dass nichts ihr im Weg steht. Lass bedingungslose Liebe alles durchströmen und erfahre jenen Frieden, der alles Verstehen übersteigt
- Herzenstüren öffnen -
Abwarten? - Tun!
Rundheraus: das alte Jahr war keine ausgesprochene Postkartenschönheit, beileibe nicht. Und das neue? Wir wollen's abwarten. Wollen wir's abwarten? Nein. Wir wollen es nicht abwarten! Wir wollen nicht auf gut Glück und auf gut Wetter warten, nicht auf den Zufall und den Himmel harren, nicht auf die politische Konstellation und die historische Entwicklung hoffen, nicht auf die Weisheit der Regierungen, die Intelligenz der Parteivorstände und die Unfehlbarkeit aller übrigen Büros. Wenn Millionen Menschen nicht nur neben-, sondern miteinander leben wollen, kommt es auf das Verhalten der Millionen, kommt es auf jeden und jede an, nicht auf die Instanzen.
Wenn Unrecht geschieht, wenn Not herrscht, wenn Dummheit waltet, wenn Hass gesät wird, wenn Muckertum sich breit macht, wenn Hilfe verweigert wird - stets ist jeder Einzelne zur Abhilfe mit aufgerufen, nicht nur die jeweils "zuständige" Stelle. Jeder ist mitverantwortlich für das, was geschieht, und für das, was unterbleibt. Und jeder von uns und euch muss es spüren, wann die Mitverantwortung neben ihn tritt und schweigend wartet. Wartet, dass er handele, helfe, spreche, sich weigere oder empöre, je nachdem.
Erich Kästner
Typisch!
Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant eine Suppe. Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen.
Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen Mann, der ihre Suppe löffelt. "Typisch Ausländer, was fällt dem ein?!", denkt die Frau empört. Sie drängt sie sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort, aber nach dem Essen holt der Mann für sie beide Kaffee und verabschiedet sich dann höflich. Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln.
Als sie ebenfalls gehen will, hängt ihre Handtasche nicht mehr am Haken unterm Tisch. Also doch ein hinterhältiger Betrüger. Das hätte man sich doch gleich denken können! Mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist verschwunden. Aber am Nachbartisch sieht sie ihre Handtasche. Und einen Teller Suppe, inzwischen kalt geworden.
Verbotene Vögel
Die politischen Gefangenen in Uruguay durften ohne Erlaubnis nicht reden, auch nicht pfeifen, lächeln, singen, schnell gehen oder andere Gefangene grüßen. Sie durften auch keine Bilder von schwangeren Frauen, Paaren, Schmetterlingen, Sternen oder Vögeln bekommen.
Didako Perez war wegen "ideologischer Ideen" eingesperrt. Eines Tages wollte seine fünf Jahre alte Tochter Milay ihn sonntags besuchen und brachte eine selbstgemalte Zeichnung von einem Vogel mit. Die Gefängniswärter zerstörten das Bild am Eingang zum Gefängnis.
Am folgenden Sonntag kam Milay mit einer Zeichnung mit Bäumen. Bäume sind nicht verboten und das Bild kommt durch. Didako lobt die Zeichnung seiner Tochter und fragt dann, was die kleinen farbigen Punkte oben im Baum sind, die man kaum zwischen den Blättern sehen kann: "Sind das Orangen? Was für Früchte sind das?". Das Mädchen hält einen Finger vor ihren Mund und sagt leise "Psst". Dann flüstert sie in sein Ohr: "Bist du albern? Siehst du nicht, dass das Augen sind? Es sind die Augen der Vögel zwischen den Zweigen, die ich für dich hereingeschmuggelt habe!"
Eduardo Galeano
Was siehst du?
Der heilige Jakob war mit einem Schüler unterwegs in den Bergen. Als es dämmerte, errichteten sie ihr Zelt und fielen müde in den Schlaf. Vor dem Morgengrauen wachte Jakob auf und weckte seinen Schüler. "Öffne deine Augen", sagte er, "und schau hinauf zum Himmel. Was siehst du?" "Ich sehe Sterne, Vater", antwortete der schlaftrunken. "Unendlich viele Sterne." "Und was sagt dir das?", fragte Jakob. Der Schüler dachte einen Augenblick nach. "Dass Gott, der Herr, das große Weltall mit all seinen Sternen geschaffen hat. Ich schaue hinauf in den Himmel und fühle mich dankbar und demütig angesichts dieser unendlichen Weiten. Wie klein ist doch der Mensch und wie wunderbar sind die Werke Gottes." "Ach, Junge", stöhnte Jakob. "Mir sagt es, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!"
Echte Freunde
Freunden kann auch mal der Kragen platzen, wenn sie mit dir reden, aber nur weil ihr Herz für dich bis zum Halse schlägt.
Freunde stört es nicht, bei dir fernzusehen, auch wenn du schon längst ins Bett gegangen bist.
Freunde kämpfen für dich nächtelang im Gebet und sagen dir:
"Ich habe neulich an dich gedacht!"
Freunde möchten deine Welt kennen lernen und entdecken immer neue Erdteile.
Freunde erleben dich mit verklebten Augen, ungewaschenen Haaren und sehen dahinter deine Einzigartigkeit und Schönheit.
Freunde können es sich leisten, bei einem Witz, den du erzählst, nach der Pointe zu fragen.
Bei Freunden kannst du nachts um halb drei klingeln und sie fragen dich: "Kaffee oder Tee?"
Freunde reden manchmal blödes Zeug, weil sie wissen, dass du keine Goldwaage im Keller hast.
Freunde kennen sich nicht in deiner Briefrtasche aus, dafür aber in deinem Kühlschrank.
Freunde geben dir im Winter ihr letztes Hemd und behaupten, sie wollten sich sowieso gerade sonnen.
Freunde machen es so ähnlich wie Gott: Sie mögen dich so wie du bist, trauen dir aber zu, dass du dich verändern kannst.
Albrecht Gralle
Vergangenheit
Wie schafft man es, Elefanten in Gefangenschaft zu halten?
Wenn sie noch klein sind, werden sie mit Tauen an einen Pflock gebunden. Sie versuchen wegzukommen, aber es gelingt ihnen nicht, sie versuchen es ihre ganze Kindheit hindurch, aber Pflock und Taue sind stärker als sie.
Dann gewöhnen sie sich an die Gefangenschaft. Und wenn sie groß und stark sind, braucht der Dompteur sie nur an einem Bein anzuketten und die Kette irgendwo zu befestigen - ein kleiner Stein reicht schon -, und sie wagen nicht einmal den Versuch wegzugehen. Sie sind an die Vergangenheit gekettet.
Löwenzahn
Eine Frau beschloss, einen Garten anzulegen. Sie bereitete den Boden vor und streute die Samen wunderschöner Blumen aus. Als die Saat aufging, wuchs auch der Löwenzahn. Die Frau versuchte mit allen möglichen Methoden, den Löwenzahn auszurotten, aber nichts half. Am Ende machte sie sich auf, um in der fernen Hauptstadt den Hofgärtner des Königs zu befragen.
Der weise alte Gärtner, der schon so manchen Park angelegt hatte, gab ihr viele Ratschläge, wie der Löwenzahn loszuwerden sei. Aber was er auch vorschlug, die Frau hatte alles schon probiert.
So saßen die beiden ratlos da, bis am Ende der Gärtner die Frau anschaute und sagte: "Wenn denn alles, was ich dir vorgeschlagen habe, nichts genützt hat, dann gibt es nur einen Ausweg: Lerne, den Löwenzahn zu lieben."
Die drei Siebe
Eines Tages kam Kritias zu Sokrates. Aufgeregt rief er: "Höre, Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie ein Freund..."
"Halt ein!", unterbrach ihn der Weise, "lass sehen, ob das, was du erzählen willst, durch die drei Siebe geht."
"Drei Siebe?" fragte Kritias voll Verwunderung.
"Ja, mein Freund, drei Siebe! Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das, was du mir erzählen willst, wahr?"
"Nun, ich weiß nicht, ich hörte es erzählen, und..."
"Aber vielleicht hast du es im zweiten Sieb geprüft, dem Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, wenigstens gut?"
Zögernd sagte Kritias:"Nein, das nicht, im Gegenteil..."
"Dann", unterbracht ihn der Weise, "lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden: Ist es notwendig, mir zu erzählen, was dich so erregt?"
"Notwendig nun gerade nicht..."
"Also", lächelte Sokrates, "wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!"
Sei liebevoll umarmt
- Thich Nhat Hanh -
Wir haben der Erde so viel Gewalt angetan.
Gibt es einen Weg zur Versöhnung? Geh-
meditation zu praktizieren ist ein wunderbarer
Weg dazu. Jeder Schritt, den du auf die Erde
setzt, gleicht einem Kuss. Du küsst die Erde
mit deinen Fusssohlen und die Erde küsst
dich zurück.
Du gehst nicht, um irgendwo hinzuge-
langen, sondern nur, um zu gehen. Es
gibt nichts zu erreichen - nur dies: in
jedem einzelnen Schritt anzukommen.
Du gehst jeden Schritt als
freier Mensch
